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Durchstarten als Führungskraft: Was tun, damit´s gut läuft?

Mit diesem Beitrag nehme ich an der Blogparade von Judith Torma teil. Mehr dazu am Ende meines Artikels.

Die ersten 3 Monate als Führungskraft

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – oder?!

Das mit dem Zauber ist ja manchmal so eine Sache… Lassen Sie uns diesen Diskurs beginnen mit etwas Allgemeinem:

Arbeit ist heute ein zentraler Aspekt im Leben der meisten Menschen, viele verbringen die meiste Zeit ihres Tages am Arbeitsplatz. Arbeit beansprucht Energie und wirkt sich auf unsere Stellung in der Gesellschaft, unseren sozialen Status und unsere Rente aus. In vielen Fällen beeinflusst die Arbeit auch den Freundeskreis, vielleicht sogar die Hobbies.

Über Arbeit können wir uns selbstverwirklichen, unser ureigenes Potential entfalten und Verbundenheit erleben. Doch für eine nicht unerhebliche Zahl an Menschen ist Arbeit nur ein Mittel zum Zweck: Sie dient der Existenzsicherung. Und Arbeit ist immer öfter auch der Auslöser für Belastungserleben – körperlicher oder auch psychischer Art.

Die heutige Arbeitswelt

Letzteres gilt insbesondere dann, wenn wir in der Arbeit keinen Sinn erkennen können, wenn wir keine Wertschätzung erfahren, wenn Konflikte bestehen und/oder wir permanent mit Verunsicherung und Unklarheit konfrontiert werden.

Und so klagen tatsächlich viele Arbeitnehmer heute über:

  • Arbeitsverdichtung
  • Mangelnde Wertschätzung
  • Wenig Selbstbestimmungsmöglichkeiten
  • Stetige Informationsflut
  • Zerfallende soz. Beziehungen
  • Gefühltes Sinnvakuum

(Quellen: Karasek & Theorell (1990), Siegrist (2002), Siegrist (2008), Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2010), Waldenström et al. (2008))

Und genau hier liegt Ihre Herausforderung als Führungskraft – nämlich Ihren Mitarbeitern von Beginn an im Rahmen der Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten Struktur, Klarheit, Wertschätzung und Entscheidungsfreiräume zu bieten. Wenn´s denn mal so einfach wäre, wie es hier in einem Satz klingt!

Von wo starten Sie?

Lassen Sie uns nun konkret werden und bitte im ersten Schritt einmal schauen, von wo Sie starten. Sind Sie neu und fremd als Führungskraft ins Unternehmen gekommen oder haben Sie im Unternehmen die Karriereleiter erklommen und wurden vom Mitarbeiter zum Führungskraft befördert? Hieraus ergeben sich klare Unterschiede in den zu bewältigenden Themen der ersten 100 Tage.

Denn wenn Sie im eigenen Unternehmen Karriere machen und zur Führungskraft befördert werden, ist es nicht ungewöhnlich, wenn die ehemaligen Kollegen plötzlich so ganz anders auf Sie reagieren, vielleicht blockieren oder sich wenig kooperativ zeigen. Aufgrund der neuen Rollenzuteilung gerät das Team in eine Krise und muss sich zwangsläufig neu zurecht rütteln. Das geschieht eher selten ohne Reibung. Doch bekanntlich entsteht durch Reibung Energie und genau die können Sie nutzen, um Ihr Team grundlegend neu und wohlmöglich sogar besser aufzustellen. Das wird nicht funktionieren, indem Sie passiv abwarten oder sich gar ins stille Kämmerlein zurückziehen.

Was dagegen sehr gut funktioniert, ist das offene Gespräch mit den ehemaligen Kollegen. Fragen Sie nach den Befürchtungen, Hoffnungen und Erwartungen, klären Sie auf über die Hintergründe Ihrer Ernennung zur Führungskraft, erläutern Sie, was das Unternehmen von Ihnen erwartet und nehmen Sie Gerüchten im Sinne von „Der/Die wurde doch nur wegen Vitamin B befördert…“ frühzeitig den Wind aus den Segeln mit stichfesten Argumenten. Machen Sie selbst sich frühzeitig Gedanken darüber, wie Sie sich den Umgang miteinander wünschen, und nehmen Sie die Bedürfnisse der Mitarbeiter dahingehend ernst, dass Sie schließlich gemeinsam mit ihnen Klarheit über das zukünftige Miteinander herstellen, sodass für Irritationen kaum Raum bleibt.